Waren die Mieten in Deutschland bislang stabil und von der Inflation verschont, so prognostizieren Marktforscher nun auch bei den Wohnkosten einen Preisanstieg. Vermieter können unter diesen Umständen das Mietniveau nicht mehr halten und geben die Kosten in Form von Mieterhöhungen an die Mieter weiter, die nun neben steigenden Lebensmittel,- Benzin- und Energiepreisen einen weiteren Faktor neu kalkulieren müssen. Wenig ins Gewicht fällt da, dass die Preise für die Wohnungsausstattung sprich Möbel und Haushaltsgeräte eher sinken.
Am Beispiel einer durchschnittlichen 65 Quadratmeter-Wohnung ermittelte das Hamburger Unternehmen F+B, das auf Forschung und Beratung im Bereich Wohnen, Immobilien und Umwelt spezialisiert ist, eine Mieterhöhung von rund 1,6 Prozent. Wobei regional jedoch Unterschiede zu verzeichnen sind : während in Bayern und Baden-Württemberg die Mieten um 3,6 Prozent stiegen, konnte das Mietpreis-Niveau in Ostdeutschland meist konstant gehalten oder sogar preiswerter gestaltet werden.
Dass deutsche Mieter bislang von der Inflation verschont blieben, liegt an niedrigen Inflationsraten und einem Immobilienüberangebot in den 90er Jahren. Rückläufige Neubauzahlen, eine steigende Inflationsrate und anziehende Kosten erhöhen nun den Druck auf die Vermieter, die darauf wohl vermehrt mit Mieterhöhungen reagieren werden. Vielerorts stellt sich an diesem Punkt die Frage, ob es stattdessen nicht sinnvoller ist, den Schritt zum Wohneigentum zu wagen.